AUSSTELLUNG   Mai 1999

Franz Prinke  - "TIERPLASTIKEN"


Der Bildhauer Franz Prinke aus Teisendorf zeigt im Mai Tierplastiken aus Bronze und Stein im „Atelierfenster“, Bahnhofstr. 31.

In Kunstausstellungen der Region ist Prinke selten vertreten, da er als Holz- und Steinbildhauermeister überwiegend Auftragsarbeiten ausführt. Sein handwerkliches Können und sein Einfühlungsvermögen in die Vorstellungen der Auftraggeber haben schon viele Kostbarkeiten im kirchlichen, öffentlichen und privaten Bereich aus seiner Hand entstehen lassen – zum Beispiel die Kapellenausgestaltung in Ruhpolding/Meiergschwendt, die Kindergruppe vor dem Rathaus Teisendorf, die Kopie der Patrona Bavaria in Traunstein/Schrödelgasse.

Der Bildhauer Franz Prinke ist kein aufgeregter Schöngeist und Lärmer  -  er hat die schöpferischen Gaben eines Baumeisters, von dessen Häusern bekannt ist, dass es sich darin auf Jahre gut leben lässt.



 

_________________________________________________________________________

AUSSTELLUNG  Juni  1999

Gertraud Dobmeier  -  "MALEREI UND ZEICHNUNG"

Blick ins Atelierfenster

Die Malerin Gertraud Dobmeier aus Marquartstein gibt im Juni Einblick in ihr derzeitiges Schaffen. Das großformatige Ölbild entstand in den Wintermonaten während eines langwierigen und selbstkritischen Malprozesses. Gertraud Dobmeier sieht in ihrem Bild keine bestimmte Person, sondern eine Typ Mensch unserer Tage. Das auffallend bestimmende Rot findet sich in vielen ihrer Arbeiten. Der Betrachter braucht Zeit, um die Emotionen aus der Tiefe dieses Bildes aufzunehmen.

Dobmeier malt am liebsten in den frischen, stillen Vormittagsstunden. Festgehaltene Einfälle aus ihrem Skizzenbuch greift sie auch nach Jahren wieder auf. So entstehen in  ihrem Atelier Bilder, die nicht auf schnelle Effekte aus sind, sondern vom ernsten Suchen nach Formen, Farben und Empfindungen geprägt werden.

               


_____________________________________________________________________________

AUSSTELLUNG     Juli 1999

"Schule der Phantasie"  -  "BLUMEN UND MEHR"

Im Juli dürfen die Kinder aus der „Schule der Phantasie Staudach-Egerndach“ das „Atelierfenster“ zum Blühen bringen. Die Freude und der kindliche Eifer beim Erfinden, Malen und Bauen war in diesem Schuljahr so groß, dass nur ein kleiner Teil der entstandenen Arbeiten gezeigt werden kann.

Aus Holzresten sind  zum Beispiel Blumen entstanden. Um eine materialgerechte Größe für die neuartigen Pflanzen zu erlangen, haben die Kinder in ihrer Vorstellung durch ein Vergrößerungsglas geschaut. Mehrere Kursnachmittage sind nötig, bis so eine Blume fertig ist. Da die Kinder im Sommer auch anderes vorhaben, warten einige Gewächse noch auf ihre Farbenpracht. Im Winter haben die Kinder dem Traum von einem „Zauberteppich“ nachgespürt, der die verschiedensten Wünsche erfüllen kann. Dabei sind abstrakte Applikationsbilder entstanden, die den Betrachter wiederum zu Träumen anregen können.

Das Hausbauen ist ein Urbedürfnis des Menschen, das auch Kinder immer wieder neu üben wollen. Die Herstellung gebrannter Mauersteine und das Bauen von Burgruinen, angeregt vom Wissen um die Staudacher Burg Hohenstein, war langwierig und schwierig. Doch die Kinder haben nicht aufgegeben, und den Ergebnissen gebührt Applaus wie einem gelungenen Musikstück beim Vorspiel oder der Teilnahme an Sportwettkämpfen.

             




__________________________________________________________________________

AUSSTELLUNG    August 1999

Carsten Lewerentz  -  "ZWEI"

   

Das Prinzip der „Zweiheit“ fordert seit es Menschen gibt Künstler aller Sparten zu Betrachtungen und Reflexionen heraus. Unzählige Paare, Duette, Liebesgeschichten und Tragödien hat die Geschichte der Bildenden und Darstellenden Künste hervorgebracht. In dem Zueinanderstreben und Auseinanderstreben zweier Individuen scheint eine Urkraft des Lebens zu liegen, die Künstler aller Zeiten zu finden suchen.

Auffallend bei Lewerentz´ Plastiken ist der Freiraum, den seine Paare aufweisen. Selbst in liebevoller Vereinigung zweier Menschen bleibt ein freier Raum, ein Fenster, ein Abstand zwischen ihnen.

Kinderzeichnungen ergänzen die Ausstellung und zeigen, wie elementar das Erleben und Suchen der „Zweiheit“ schon im Kleinkind vorhanden ist.


___________________________________________________________________________

AUSSTELLUNG   September 1999

Carsten Lewerentz   -   „PAPI  HARLESS“ und andere Portraits

Mit dem Bronzeportrait von Hermann Harless ( 1887 – 1961) erinnert das „Atelierfenster“ an einen Mann, der mit der Gründung des Landschulheims Marquartstein das gesellschaftliche Leben im Achental in diesem Jahrhundert entscheidend geprägt hat. In seinen Schriften und Gedichten fällt auf, dass Harless die Erziehung der ihm anvertrauten Schüler mit dem liebevollen Hegen und Pflegen eines Gärtners gleichsetzte, der jedem Schüler zu der ihm eigenen „Blüte“ verhelfen wollte. In einem Gedicht „Geburt einer Idee“ schreibt Harless am Schluss: „... und so gebar ich´s – die Idee des Blühens“.


Das Portrait zeigt Harless den Kindern freundlich zugewandt in seiner Liebe zur Natur, und erinnert an die Anfänge des Landschulheims in der Burg Marquartstein.

Daneben sind Portraits von „Regine“ (der Strickerin), „Patricia“ (einer Balletttänzerin), und „Großmutter“ ausgestellt, die auch wie „Papi Harless“ kein fotographisches Abbild sind, sondern der Versuch des Künstlers, dem Wesen der jeweiligen Person nachzuspüren.


______________________________________________________________________________


AUSSTELLUNG  November 1999

Carsten Lewerentz   -    „BRUNNENENTWÜRFE UND MODELLE“


Mehr als bisher wird in der Novemberpräsentation des Staudacher „Atelierfensters“ deutlich, dass es sich hier nicht um ein kommerziell genutztes Schaufenster handelt, sondern um ein kulturelles Angebot. Ausgestellt sind keine fertigen und käuflichen Werke eines Künstlers, sondern Entwurfsmodelle. Entstanden sind diese Brunnenanlagen und Figuren für Wettbewerbe oder Auftraggeber als Präsentation künstlerischer Ideen zur Gestaltung bestimmter Plätze oder Orte. Nur einige Personen der Auswahlgremien bekommen normalerweise diese Arbeiten eines Künstlers zu sehen, die viel Zeit und Künstlerische Kraft erfordern, bevor sie im Dachboden oder Keller verstauben. Nur wenige der erarbeiteten Entwürfe eines Künstlers kommen auch zur Ausführung, zumal im ländlichen Bereich der wert von Kunst nicht so hoch eingeschätzt wird. Bei den Brunnenmodellen von Fusch a. d. Glocknerstrasse und dem Traunsteiner Rathausinnenhof lässt sich erkennen, wie der Künstler sein Thema der „Begegnung zweier Menschen“ in die jeweilige Situation und Aufgabenstellung des Wettbewerbs einbindet. Die Figuren „ZWEI“ des Traunsteiner Brunnenentwurfs bietet der Kunstverein Traunstein dieses Jahr in einer Auflage von 20 Stück als Jahresgabe an. Oftmals werden künstlerische Entwürfe auf Wunsch des Architekten und der Auftraggeber verändert. Das kann soweit führen, dass eine geplante Gestaltung scheitert, weil sich Auftraggeber und Künstler nicht über die Ausführung des Wettbewerbsentwurfs, der als Sieger ermittelt wurde, einigen können. Diese kleine Ausstellung im „Atelierfenstzer“ vermittelt den Beruf des Bildhauers als „kreativen Planer“, bei dem Vieles wie beim Architakten in der „Schublade“ landet.

   


Brunnenentwurf,  Rathausinnenhof  Traunstein


_________________________________________________________________________________

AUSSTELLUNG Dez. 1999 - Jan. 2000

"ENGEL" von Angerer d.J., Braun und Lewerentz

                           

Sigi Braun, Holzschnitt                                                                                                                                                   Walter Angerer d. J., Engel

Die „Himmlischen Boten“ im „Atelierfenster“ bringen den Betrachtern Licht in die dunkle Jahreszeit. Der kleine Holzschnitt von Sigi Braun aus Traunstein zeigt einen Verkündigungsengel. In seiner expressiven Bewegtheit leuchtet er wie ein Blitz aus dem Dunkel hervor. Dieser Moment der Erleuchtung genügt, um dem Menschen die Botschaft ins Herz zu schreiben.

Ganz anders dagegen wirkt das große Engelbild von Walter Angerer d. J. aus Siegsdorf. Gleich einem gigantischen Feuerwerk zur Jahrtausendwende erscheint die Lichtgestalt über einer kargen toskanischen Landschaft. Bei längerem Betrachten des „Farbenfeuerwerks“ auf der Leinwand zeigen sich mehrere Engel am Himmel. In hellem Licht schweben sie über der dunklen Landschaft, auf der das Gesicht eines alten Menschen zu versinken scheint. Einer der Engel neigt sich dem „Erdengesicht“ zu, als wollte er ihm den Trost eines „neuen Himmels und einer neuen Erde“ zusprechen.

Carsten Lewerentz zeigt neben seinem kleinen „Weihnachtsmodl“ und „Entwurfsskizzen“ einen Bronzeengel. Dieser steht vor dem „Atelierfenster“ als wollte er nur mal kurz erscheinen, um in seiner heiteren Offenheit dem Besucher einen Weg zur Weihnachtskrippe und ins Jahr 2000 zu weisen.

C. Lewerentz, Bronzeengel


nach oben