AUSSTELLUNG      29.12.02  -  02.02.03

„GLÜCK“  - Neujahrskarten von Marianne Lüdicke



In dieser Ausstellung des „Atelierfensters“ geht es weder um das „große Los“, noch um ein „Schwein gehabt“, sondern um dieses „kleine Stückchen vom Glück“, das schon die Comedian Harmonists besungen haben. Kaufen oder erwerben lässt sich dieses Glück nicht. Es widerfährt einem als ein Geschenk, als „bonheur“, meist in kurzen Augenblicken, die manchmal ein Leben lang gewärtig bleiben.

Die Bildhauerin Marianne Lüdicke hat in einer Vielzahl ihrer Plastiken derlei Glücksmomente gefunden, festgehalten und in Bronze gegossen weitergegeben an Sammler und auf öffentlichen Plätzen.

Daneben schuf sie alljährlich zum Jahreswechsel unverkäufliche kleine Glücksgeschenke für ihre Freunde, Gönner und Sammler. Im Postkartenformat schnitt Marianne Lüdicke ihre Glückwünsche in Linoleum, die seit vielen Jahren von Tierdarstellungen begleitet überbracht werden.

              


Die Sammlung der bisher 24 Neujahrskarten zeigt den Einfallsreichtum und die Schaffensfreude der Bildhauerin auch auf der kleinen Fläche von zehn mal zwanzig Zentimetern. Bei jedem der meist heimischen Tiere lässt sich spüren, dass der Wunsch nach Glück und Gutem vielerlei Facetten in sich trägt, und die graphische Gestaltung der schwarz-weiß Blätter unterstreicht die jeweilige Eigenart. Die Gänse zum Beispiel schnattern das Gute nur so heraus gegenüber der weisen Eule, die erst lange zu überlegen scheint, was wirklich gut ist. Im flinken Eichhörnchen sehen wir andere gute Wünsche auf uns zukommen als im verträumten Bär, dem schlauen Fuchs oder der Friedenstaube.


                                          

Als Sammlung erstmals öffentlich präsentiert mag diese kleine Ausstellung wie ein Kalender der Erinnerungen sein, als Ausdruck des Dankes an Marianne Lüdicke für alle Momente des Glücks, die verborgen in ihren Plastiken immer wieder auftauchen können wie das Seepferdchen auf ihrer diesjährigen Glückwunschkarte.



Beschaulicher, Bronze



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ATELIERFENSTER          20.02.  -  21.03.2000

„WINTER“     -  Bilder von Alessia von Mallinckrodt


                                


Wenn im Winter über Nacht das Weiß von Schnee, Nebel, und tiefhängenden Wolken alles dominiert, wird die bekannte Umgebung neu gesehen, fast wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Nur noch einzelne Bäume, Pfosten, Gebäude oder Krähen heben sich dunkel hervor, die sonst unauffälliger Bestandteil der Landschaft sind. Diese Erfahrung Neues nur deswegen zu sehen, weil das bekannte Vielerlei vom Weiß verdeckt wird, mag vielleicht die junge Malerin Alessia von Mallinckrodt zu ihren Winterbildern angeregt haben.

Auf sehr feinsinnige Art arbeitet sie weiße Strukturen durch Übermalen und Überkleben heraus, die sich dem Auge nur bei genauem Hinsehen entfalten. Im Kontrast dazu erscheinen wenige dunkle Zeichnungen auf den weißen Papierbildern wie diese neu entdeckten Objekte, die sich erst im Schnee und Nebel von der Landschaft abheben und sichtbar werden. Vielleicht sind es auch Gedanken, Pläne oder Träume, die sich auf diesen zarten Bildern vom bedeckenden Weiß des Winters so klar und neu abzeichnen.


         


Neben der Malerei beteiligte sich Alessia von Mallinckrodt bei Ausstellungen in Traunstein, München, London, Gmunden/Vorchdorf und New York auch mit hintersinnigen Installationen, in denen wiederum das vorherrschende Weiß keramischer Abformungen (zum Beispiel von Chiemseesteinen oder Walknochen) die Gefühle und Gedanken des Betrachters in neue Richtungen lenkt.

Alessia von Mallinckrodt wurde 1972 in Rom geboren, studierte von 1994 – 2002 Design und Malerei in Providence, New York und München und lebt in Chieming.


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AUSSTELLUNG         22.04.-30.05.2003


Gerhard Passens         -        " KÜHE "




Bleistiftzeichnung auf Papier


Die Tage um den 1. Mai sind im Alpenvorland ein heimliches Fest des Sehens, wenn die gerade erst grün gewordenen Wiesen und Hänge plötzlich  wieder von den Kuhherden belebt werden. Diesem Auftritt der Kühe in der Landschaft widmet das “Atelierfenster“ die  Ausstellung mit Arbeiten des Bildhauers Gerhard Passens.

Beständige Vitalität und Lebensfreude haben den Künstler bei seiner leidenschaftlichen Suche nach Formen neben vielerlei Themen auch die Begeisterung für Kühe finden lassen. So sind im Lauf seines bisherigen Schaffens ausgehend von intensiven Naturstudien eine Reihe von Kuhskulpturen und -plastiken entstanden. Durch genaues Hinsehen sucht Passens immer neu das klischeehafte und gewohnte Bild von Menschen und Tieren zu hinterfragen. So kann bei ihm ein  Thema wie das der Kuh zu einem fast philosophischen Suchen nach dem richtigen Sehen der Welt werden. Im Gespräch mit Gerhard Passens wird die plakative Bildunterschrift des Holzschnitts einer Kuh “HAUPTSACH´S GRAS WAGST“ zur lebendigen, ironisch ernsten Auseinandersetzung.

1938 in Berchtesgaden geboren studierte Passens nach seiner vierjährigen Lehrzeit  an der Schnitzschule Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Henselmann . Seither lebt er als freischaffender Bildhauer in Berchtesgaden und es folgen zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen im Haus der Kunst München, beim Salzburger Kunstverein und beim Berchtesgadener Künstlerbund. 1975 wurde er als Fachlehrer an die Berufsfachschule für Holzbildhauerei und Schreinerei in Berchtesgaden berufen, deren Direktor er von 1994 bis 2001 war. Als Lehrer konnte er vielen jungen Menschen das Handwerk und die Freude an suchendem und genauem Sehen mit auf den Weg geben. Passens selbst bleibt weiterhin dem Leben mit all der Formenvielfalt offen zugewandt, lässt sich keinen Stil vorschreiben und hat dennoch bisher ein unverwechselbares Werk von unzähligen Skulpturen und Plastiken aus Holz, Stein und Bronze geschaffen. Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland.            



          

           

"Stier", Gipsmodell                                                                                                                      "Brüllende Kuh", Bronze


      

"Herde", Bronzerelief                                                                                                            "Auf der Weide", Lindenholz

     

"Stehende Kuh", Bronze




Holzschnitt


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AUSSTELLUNG
10.08.  -  20.09.2003

"BADENGEGANGEN"  -  Holzschnitte von Lenz Hamberger

Badengegangen in den Flüssen und Seen  sind in diesen heißen Sommerwochen viele Menschen, um Abkühlung zu finden. Der Priener Holzschneider Lenz Hamberger sucht ebenso regelmäßig Erfrischung im Chiemsee, wobei er intensiv auch die Stimmungen von Frische und Lebenslust der Badegesellschaft um sich herum aufnimmt. Aus solchen Eindrücken heraus sind in Hambergers Atelier in den vergangenen Jahren eine Reihe von Holzschnitten entstanden, von denen das „Atelierfenster“ eine kleine Auswahl zeigt. Motive von Badestegen oder badenden Frauen werden durch die gekonnt einfache Gestaltung im Holzschnitt oft zu spritzigen Bildern sommerlichen Lebens. Ohne Vorzeichnung schneidet der erfahrene Drucker und Künstler seine Bilder direkt in die Holzplatten, wodurch sich spontanes Empfinden mit der Kraft der Gestaltung verbindet und so die Frische des Eindrucks erhalten bleibt.

Als Mitbegründer der „Priener Künstlergruppe“ sowie des „Priener Künstlerkalenders“ (1975 –1994) hat Lenz Hamberger ein Stück „Chiemgauer Kunstgeschichte“ geschrieben. Für die am Kalender beteiligten Künstler war es Ansporn, Aufgabe und gegenseitige Anregung gute Druckgrafiken zu gestalten, die dann manche Kunstsammlungen bereichert haben. Doch auch die eigenen Kalender mit Originalholzschnitten von Lenz Hamberger seit 1995 sind eine gute Möglichkeit sich an dieser so erfrischenden Kunst des Holzschneiders immer wieder zu erfreuen.


                   

"Badende" - Holzschnitt"                                                                                                                                     "Sprung ins Wasser" - Monotypie


             

"Badende" - Holzschnitt                                                                                                                                                                "Akt" - Holzschnitt


                          

Plakatgestaltung  von L. Hamberger                                                                                                                    "Am Badesteg" - Holzschnitt

 

                                   "Atelierfenster" am Abend


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AUSSTELLUNG ZUR ERNTEZEIT IM OKTOBER 2003

"FEST-PLATTE"     Installation von Carsten Lewerentz






digital - real - gelebtes leben ?
gehortet - gespeichert - vertrocknet
tausende gespeicherter daten und bilder ?
ein fest  - fest auf der platte ?






meine zeit  -  zeitspeicher?
meine bilder  -  bilderspeicher?
mein leben  -  lebensspeicher?
meine sinne  -  vertrockneter sinn?





leben ist augenblick
leben ist fluss
leben ist veränderung
leben ist fest
festplatte?
:
:
:
gedankenfäden zum weiterspinnen
:
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„ A T E L I E R F E N S T E R „  -   22.12.03 31.01.04

“LICHT IM KOSMOS”  -   Glasplastiken von Florian Lechner



                           

                         

Mit Florian Lechner stellt das “Atelierfenster“ einen Künstler vor, dessen Werk in seiner 40-jährigen Schaffenszeit bereits in ganz Europa Bekanntheit erlangt hat. Seine Glasplastiken  sind zu finden in zahlreichen Museen und öffentlichen Gebäuden von Spanien über Frankreich, der Schweiz, Deutschland bis nach England. Auszeichnungen, Preise und Patente erhielt Lechner in Deutschland, Frankreich und den USA.

Es ist eine gewagte Herausforderung für den Initiator einen so bedeutenden Künstler und sein umfangreiches Werk hinter einem einzigen Schaufenster vorzustellen. Ein Blick durch das Schlüsselloch in die geräumigen Werkhallen von Florian Lechner in Nussdorf am Inn wirkt imposanter als die gezeigten Arbeiten  im "Atelierfenster" in Staudach. Kann dann eine so kleine Ausstellung dem Künstler überhaupt gerecht werden?

Seit 40 Jahren bestimmen Licht und Glas nach einem Aufenthalt in der Kathedrale von Chartres Lechners handwerklichen und künstlerischen Lebensweg. Dieser Weg war und ist für ihn gleichzeitig immer eine geistige Auseinandersetzung, ein spielerisches Suchen und Finden innerer und äußerer Zusammenhänge von Licht, Materie, Zeit und Raum, und den unsichtbaren Dingen dazwischen.

Die im „Atelierfenster“ ausgestellten Kleinplastiken in Form von Säule, Stele, Schale und einer Mondsichel sind ein Mikrokosmos aus dem Gesamtwerk, der Lechners handwerkliche, künstlerische und geistige Leistungen in sich trägt. Somit ist diese kleine Ausstellung selbst ein Schlüsselloch, welches das Auge die Gesamtheit dieses großen künstlerischen Werkes ahnen lässt. Ein Werk als Geschenk für den Betrachter, das in der dunklen Jahreszeit anregt, dem Licht im Kosmos nachzuspüren.


                       



                                 


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